Fünfter Vortrag
Aber das geschieht heute ja immer und immer, und ein großer Teil dessen, was Sie lesen, besteht in nichts anderem als in den Blüten dieses moralischen Sumpfes, und es gehört einfach heute zu einer gesunden, zu einer ernsthaften und ehrlichen Weltauffassung, diese Dinge zu wissen und diese Dinge entsprechend zu behandeln. Es ist heute den Menschen nicht gestattet, Kompromisse zu schließen mit Menschen, die in dieser Weise mit der Verleumdung arbeiten. Denn damit rechtfertigt man das nicht, daß man sagt: Man muß gegen alle Menschen wohlwollend sein — Liebe gegen alle Menschen! — Liebe gegen solche Menschen bedeutet äußerste Lieblosigkeit gegen die, die verleumdet, die entstellt werden. Es handelt sich doch darum, zu wissen, wohin man mit der Liebe soll. Denn das Verbrechen lieben, kann nimmermehr zur Gesundung der Menschheit führen. Daß solche Dinge kommen mußten, das konnte man voraussehen. Aber man konnte es nicht nur an dem voraussehen, wie gearbeitet worden ist von gewissen Seiten. Sie brauchen ja nur die jesuitische Literatur aufzuschlagen, die seit der kirchlichen Verurteilung der anthroposophischen Schriften im Juli 1919 losgelassen worden ist. Sie brauchen nur die Menschen ins Auge zu fassen, die da schreiben, und einmal zu prüfen, was für Zugänge zur Wahrheit diese Menschen haben, dann haben Sie natürlich alles das, was schließlich in solche Sümpfe hineinführen muß. Ich will heute nicht über die ganz trüben Quellen sprechen, die mir sehr gut bekannt sind und durch deren Bekanntschaft ich auch weiß, wie alle diese Dinge zusammenhängen und wie sie nur ein Anfang sind.
Cite:
GA 196/1920-01-17/p046 · edition original