Zwölfter Vortrag

GA 196/1920-02-08/p020 ·1920-02-08 · original (original)
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Wie gesagt, die vorchristliche Weltanschauung, sie ist in einer gewissen Weise bewundernswürdig. Aber sie hat sich nicht erstreckt auf gewisse Dinge, welche irdischer Natur sind. Und da berühre ich etwas, was einzusehen für die Erdenentwickelung von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Mit Bezug auf alles dasjenige, was der Mensch als physischer Mensch an sich trägt, war eigentlich die menschliche Entwickelung gegeben. Etwa im 15. vorchristlichen Jahrtausend, noch in der alten Atlantis drüben, hat der Mensch bis zu einem gewissen fertigen Zustande in sich alle diejenigen Eigenschaften seiner physischen Konstitution ausgebildet, die dann mehr oder weniger langsam verhärtet sind. Aber in bezug auf die Hauptesentwickelung, auf die Erkenntnisentwickelung war das anders. Da blieb etwas zurück wie eine große Menschheitserscheinung, ein Wissen der Menschheit, vermittelt durch die Führer der Mysterien bis zum Freignis von Golgatha. Was die alten heidnischen Weisen in sich hatten, das war gewissermaßen das Spiegelbild einer noch älteren Weisheit, jedoch einer solchen Weisheit, die noch geistig beobachten konnte; aber es war alles Spiegelbild. Da trat das Mysterium von Golgatha ein, das heißt nichts Geringeres als etwas Außerirdisches: das Christus-Wesen. Etwas, das aus Sphären, die durchaus außerirdisch sind, auf die Erde herabdrang, verband sich mit einem menschlichen physischen Leibe, dem Leibe des Jesus von Nazareth. Damit trat etwas ein in die irdische Menschheitsentwickelung, was die ganze frühere Erdenentwickelung hindurch nicht eingetreten ist: daß etwas Kosmisches in die Menschheit hereingekommen ist. Die Menschen haben im wesentlichen mit ihrer physischen Konstitution seit dem 15. Jahrtausend bis zum Mysterium von Golgatha durch ihre seelische Kopfkonstitution von alter Erbschaft gelebt. Jetzt trat etwas ein, was in gewisser Beziehung den Himmel mit der Erde verband. Ein außerirdisches Wesen verband sich mit einem Menschenleibe.

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Cite: GA 196/1920-02-08/p020 · edition original