{"corpus":"steiner","locus":"GA 196/1920-02-13/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man versteht die Sinnestätigkeit nur, wenn man sie im Zusammenhange betrachtet mit dem, was jetzt gar nicht mehr da ist: Saturnentwickelung, Sonnenentwickelung, Mondenentwickelung. Man versteht die Intelligenz des Menschen nur, wenn man sie im Zusammenhange betrachtet mit dem, was jetzt gar nicht mehr da ist: Sonnenentwickelung, Mondenentwickelung. Man versteht das Gedächtnis nur, wenn man es betrachtet im Zusammenhange mit dem, was jetzt auch nicht mehr da ist: die alte Mondenentwickelung. Und von der Erde aus versteht man bloß die Aneignung von Sinnestätigkeit, von Intelligenz, von Gedächtnis durch das Ich, denn das Ich ist während der Erdenzeit erst dem Menschen einverleibt worden. Und die Organe, die dem Menschen angebildet worden sind während der Erdenzeit, sind gar nicht dazu da, seine höheren Seelenfähigkeiten zu vermitteln, sondern zu vermitteln, daß diese höheren Seelenfähigkeiten in einem Ich sich offenbaren. Wir haben Augen für ein Ich, Ohren für ein Ich, eine Nase für ein Ich, nicht eine Nase zum Riechen, was noch am allerrichtigsten wäre, weil sie während der Erdenzeit gebildet worden ist; aber es ist auch nicht mehr ganz richtig, da es sich ändern wird während der Erdenzeit. Wir haben aber nicht Augen zum Sehen, Ohren zum Hören, wir haben Ohren, damit ein Ich von dem, was im Ohr vorgeht, etwas wissen kann, wie hier ein Morsetelegraf eingeschaltet ist, damit irgend jemand, nicht der Morsetelegraf selber, etwas wissen kann von dem, was zwischen A und C verhandelt wird. Indem heute noch gesagt wird, wir haben Augen zum Sehen, Ohren zum Hören, und indem alles eingekleidet wird in diese Art der Ausdrucksweise, reden wir etwas, was gar keine Wirklichkeit, gar keine Realität hat. Wir reden fortwährend in Illusionen, wir reden in Unwahrheiten. Wir wissen nicht, wozu wir eigentlich unsere ganze Leibesorganisation haben. Wir haben sie nicht zur Vermittlung der höheren Seelentätigkeiten, sondern wir haben sie, damit das Ich von diesen höheren Seelentätigkeiten etwas erfährt. Unser ganzer leiblicher Mensch ist ein Abbild des Ich. Und wir sind so konstituiert, wie wir konstituiert sind, weil wir ein Ich sind. In unserer äußeren Gestalt sollen wir das äußere Bild des Ich gewahr werden. Denn unseren Leib, wie wir ihn jetzt an uns tragen, haben wir erst durch die Erde bekommen. Und es ist untunlich, daß man dasjenige, was uns nicht die Erde gegeben hat, ableitet von den Geschehnissen der Erde, daß man die Ursache dazu in den Geschehnissen der Erde sucht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-02-13","location":null,"word_count":393,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-02-13/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-02-13/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/196/1920-02-13/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}