{"corpus":"steiner","locus":"GA 196/1920-02-14/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich werde ganz kurz noch einmal wiederholentlich auf dasjenige aufmerksam machen, was ich gestern vor Ihnen hier vorgetragen habe, weil ich Weiteres, auf das Wesen des Menschen Bezügliches heute werde daranzuknüpfen haben. Das, was ich Ihnen gestern zu sagen hatte, bestand in folgendem: Wir haben unseren Blick gewendet zunächst auf die drei mehr der Erkenntnis gewidmeten Fähigkeiten der Menschenseele. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß in dieser Menschenseele wesentlich drei erkennende Fähigkeiten sind, zunächst dasjenige, was Erinnerungsfähigkeit oder Gedächtnis ist, dann dasjenige, was Intelligenz ist, und dann dasjenige, was Sinnestätigkeit ist. Nun machte ich Sie darauf aufmerksam, daß diese drei Seelenfähigkeiten nur verstanden werden können, wenn man auf ihre Entwickelung blickt. Um das Gedächtnis zu verstehen, das verhältnismäßig eine der jüngeren Fähigkeiten der menschlichen Wesenheit ist, muß man aber doch den Blick zurückwenden zu Zeiten, in denen die Erde noch nicht dasjenige war, was sie heute ist, in denen die Erde ihre Entwickelung als der der Erde vorangehende Mond durchmachte. So daß die ersten Anlagen zu dem, was heute in uns Gedächtnisfähigkeit geworden ist, in der alten Mondenzeit zu suchen sind und dort aufgetreten sind nicht als Gedächtnis, sondern als die den Menschen durchsetzende traumhafte Imagination, die ich ja in andern Zusammenhängen öfter beschrieben habe. Was also bei jenen Wesen, aus denen der Mensch geworden ist, während der alten Mondenzeit traumhafte Imagination war, das ist während der Erdenzeit die Fähigkeit des Gedächtnisses geworden. Dieses Gedächtnis, sagte ich Ihnen, ist von allen erkennenden Seelenfähigkeiten am meisten verwoben mit der physischen Leiblichkeit. Die Intelligenz ist schon weniger verwoben mit der physischen Leiblichkeit. Sie ist mehr davon losgelöst in der Art, wie ich das gestern beschrieben habe. Um aber ihre ersten Anlagen zu entdecken, muß man weiter zurückgehen als bis zur alten Mondenzeit, man muß zurückgehen bis zur alten Sonnenzeit und findet dann die erste Anlage zu dem, was heute in uns als Intelligenz vorhanden ist, in der schlafenden Inspiration. Am weitesten zurückgehen muß man für dasjenige, was am meisten, wie ich gestern ausgeführt habe, losgelöst ist von unserer Leiblichkeit, obwohl man das am wenigsten glauben will aus der materialistischen Anschauung unserer Zeit heraus: Für die Sinnestätigkert muß man zurückgehen bis zur alten Saturnzeit. Und man findet als denersten Ursprung dieser Sinnestätigkeit beiden Wesen, aus denen nachher der Mensch geworden ist, eine dumpfe Intuition.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-02-14","location":null,"word_count":381,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-02-14/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-02-14/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/196/1920-02-14/p003","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}