{"corpus":"steiner","locus":"GA 196/1920-02-14/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun spielt in der menschlichen Natur alles durcheinander. Das ist es ja, was dem matertalistisch denkenden Menschen die Arbeit so schwer macht, daß in der menschlichen Natur alles durcheinander spielt. Man kann nicht schön fein säuberlich räumlich das eine von dem andern abgrenzen. Es ist auch in der menschlichen Natur nicht so abgegrenzt, aber man kann, wenn man eben schematisch zeichnen will, doch verhältnismäßig allerlei herausbekommen. So kann man in der Tat sehen, daß so, wie sich die Farbe Rot zu der Farbe Grün verhält, so verhalten sich durch ihre inneren Eigenschaften die Erinnerungsfähigkeit zur Intelligenzfähigkeit; und wie sich das Grün verhält zum Blau, so verhält sich die Intelligenz zur Sinnestätigkeit. Nun haben wir aber andere Fähigkeiten in der menschlichen Seele, Fähigkeiten, die bei uns als Erdenmenschen mehr oder weniger im strengsten Sinne an die physische Leiblichkeit gebunden sind. Dazu gehört zunächst das Fühlen. Während Gedächtnis, Intelligenz, Sinnestätigkeit stufenweise an das wachende Bewußtsein gebunden sind, ist das Fühlen schon etwas sehr 'Traumhaftes in der menschlichen Wesenheit. Das habe ich ja öfter ausgeführt. Während nun das Gedächtnis etwas ist, was in ferner Vergangenheit auf dem alten Monde seiner Anlage nach sich entwickelt hat, die Intelligenz auf der Sonne, Sinnestätigkeit auf dem Saturn, gehört das Fühlen, so wie wir es heute haben - obwohl schon Ansätze dazu früher während der Mondenzeit vorhanden waren, aber die kommen weniger in Betracht —, dem Erdenmenschen an. Es ist im wesentlichen etwas, was gebunden ist an die menschliche Erdenorganisation. Was wir als Erdenmenschen einorganisiert bekamen, machte uns eigentlich erst zum fühlenden Wesen. Aber so, wie das Gedächtnis etwas ist, was über seine erste Anlage hinausgegangen ist und auf der Erde auf eine höhere Entwickelungsstufe gekommen ist, und man es, wenn man übersinnliches Schauen genug dazu hat, dem Gedächtnis anerkennt, daß es gewissermaßen eine alte Fähigkeit des Menschen ist, erkennt man es dem Fühlen an, daß es erst in der Anlage vorhanden ist. Man schaut es dem, was der Mensch heute sein Fühlen nennt, an, wenn man das nötige Verständnis dafür hat, daß aus ihm in der Zukunft etwas ganz, ganz anderes wird. So wie wenn man als Beobachter während der alten Mondenzeit das träumende Imaginieren angeschaut hätte, man sich hätte sagen müssen: Daraus wird später das Gedächtnis des Menschen -, so muß man dem heutigen Fühlen gegenüber als Verstehender sagen: Wenn die Erde einmal nicht mehr sein wird, sondern etwas anderes aus ihr geworden ist, wenn aus der Erde der künftige Jupiter geworden ist, dann wird das Fühlen erst das geworden sein, was es werden kann. — Das Fühlen ist heute erst im Menschen etwas Embryonales, etwas, was als Keim vorhanden ist. Aus dem Fühlen wird erst aufgehen dasjenige, was aus ihm werden kann. $o tragen wir in dem Gefühle etwas in uns, was sich verhält zu dem, was es auf dem Jupiter wird, wie ein im Mutterschoße befindliches Kind sich zu dem nach außen geborenen Menschen verhält. Etwas Embryonales ist unser Fühlen, und es wird erst später während der Jupiterzeit dasjenige werden, was als vollständige, vollbewußte Imagination erblühen wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-02-14","location":null,"word_count":504,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-02-14/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/196/1920-02-14/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/196/1920-02-14/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}