Vierzehnter Vortrag
Halten wir das zunächst einmal fest, daß wir einer Zeit entgegengehen, in der alles dasjenige, was der Mensch betätigt durch die Sinneserfahrung, durch die Intelligenz, durch das Gedächtnis, geistige Offenbarung in seinem Innern empfangen muß, damit die Menschheitskultur vorwärtsschreiten kann. Wenden wir uns jetzt den niederen menschlichen Fähigkeiten, die heute erst embryonal vorhanden sind, zu. Diese niederen menschlichen Fähigkeiten sind diejenigen, die uns vorzugsweise in ein Verhältnis zu unserer Umwelt bringen. Sogar innerlich stehen sie ja zur Umwelt in Beziehung zum mineralischen Reich, Pflanzenreich, Tierreich, aus denen unsere Umwelt besteht. Indem wir fühlen, fühlen wir über die Dinge unserer Umwelt; indem wir begehren, begehren wir die Dinge unserer Umwelt; indem wir wollen, greifen wir direkt in das handelnde Wesen unserer Umwelt ein. Da stehen wir ganz drinnen in unserer Umwelt. Und was, wenn wir fragen, lebt sich denn in dem aus, was wird aus Fühlen, Begehren und Wollen der Menschen, die auf der Erde zusammenleben ?
Cite:
GA 196/1920-02-14/p018 · edition original