Siebenter Vortrag

GA 197/1920-07-30/p015 ·1920-07-30 · original (original)
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Daher erleben wir jetzt das merkwürdige Schauspiel, daß der Jesuitismus, indem er den Kampf gegen die Anthroposophie führt, selbstverständlich weiß, daß die Anthroposophie einer geistigen Richtung folgt, in der sich die Dinge verteidigen lassen. Er weiß ganz gut, daß darin die Dinge nicht damit bekämpft sind, daß er sie logisch widerlegt, denn er weiß allzu gut, daß eine logische Widerlegung ein bloßes Spiel mit Logik ist; er weiß, daß er einfach im geistigen Kampf einem Gegner gegenübersteht, und ihm ist jedes Mittel recht. Daher ist es so unsinnig, bloß den Kampf führen zu wollen, indem man das Widerlegen der Jesuiten wieder widerlegt. Dasjenige, was man einwendet, kennen die Jesuiten sehr gut; aber daß sie es kennen und für richtig halten, das ist für sie kein Grund, es nicht zu bekämpfen, weil sie einer andern Wesenheit folgen, als zum Heile der Menschheit Anthroposophie jetzt folgen muß. Da kommt es, sobald es sich um geistige Angelegenheiten handelt, auf Realitäten an; da kommt es darauf an, daß man die geistigen Wege wirklich durchschaut, da kommt es schon darauf an, daß man zum Durchschauen dieser geistigen Wege — was aber dem gesunden Menschenverstand durchaus möglich ist — den ganzen Menschen anwendet, nicht jenen Menschenzwerg, der heute auf unseren gebräuchlichen Lehranstalten ausgebildet wird.

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