{"corpus":"steiner","locus":"GA 198/1920-04-02/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir schon äußerlich das Leben des Paulus vergleichen mit dem äußerlichen irdischen Christus Jesus-Erleben, dann finden wir etwas höchst Merkwürdiges, das sich nur dann aufhellt, wenn man nach geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkten die Menschheitsentwickelung sachgemäß ins Auge faßt. In bezug darauf habe ich ja öfter Sie darauf aufmerksam gemacht, wie ganz anders geartet der Mensch in bezug auf seine organisch-seelische Entwickelung in anderen Zeiten war, und wie anders er im Laufe seiner Entwickelung seit der indischen, persischen, ägyptisch-chaldäischen, griechisch-lateinischen Zeitkultur bis in unsere Tage herein geworden ist. Wenn man nämlich zurückschaut in alte Zeiten der Menschhettsentwickelung — das haben wir ja öfter besprochen -, dann finden wir, wie der Mensch organisch entwickelungsfähig blieb bis in ein hohes Alter hinauf, wie der Mensch ähnliche Etappen eines Parallelismus zwischen seiner seelischen und seiner physischen Entwickelung durchmachte bis in ein höheres Alter hinauf, wie er sie jetzt nur durchmacht mit dem Zahnwechsel, mit der Geschlechtsreife, mit dem Beginn der Zwanzigerjahre. Das hat die Menschheit in ihrer Allgemeinerscheinung verloren, solche Entwickelungsübergänge in einem höheren Alter zu erleben. Bis in die Fünfzigerjahre hinauf in ganz alten indischen Zeiten, bis in die Vierzigerjahre hinein später in persischen, ägyptischen Zeiten, bis zum fünfunddreiBigsten Jahre hin in der griechisch-lateinischen Zeit haben einen Parallelismus zwischen der seelischen Entwickelung und der physischen Entwickelung die Menschen dieser alten Zeit erlebt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-04-02","location":null,"word_count":218,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/198/1920-04-02/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/198/1920-04-02/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/198/1920-04-02/p009"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1920-04-02_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}