Vierter Vortrag
Es ist schon einzig und allein möglich für den Menschen der Gegenwart, noch eine Empfindung mit dem Osterfest zu verbinden, wenn er daran denkt, wie auch in unserer Zeit in der Tat eine Weltenkatastrophe gekommen ist, womit ich nicht nur die Weltenkatastrophe meine, die sich ereignet hat in den letzten Kriegsjahren, sondern worunter ich verstehe jene Weltenkatastrophe, die darin besteht, daß die Menschen verloren haben Vorstellungen über den Zusammenhang des Irdischen mit dem Außerirdischen. Es ist schon notwendig, daß die Menschen der Gegenwart sich eine Klarheit darüber, ein Bewußtsein davon verschaffen, daß auferstehen muß aus diesem Grabe des materialistischen Anschauens die übersinnliche Erkenntnis. Denn mit der übersinnlichen Erkenntnis wird die Erkenntnis des Christus Jesus aus diesem Grabe auferstehen. Im Grunde genommen hat man heute kein anderes Symbolum, das treffend ist für das Osterfest, als dieses: Des Menschen ganzes Seelenschicksal ist gekreuzigt in der materialistischen Weltanschauung. Aber der Mensch selber, die Menschheit muß etwas tun, damit aus dem Grabe des Materialismus auferstehe dasjenige, was aus der übersinnlichen Erkenntnis kommen kann.
Cite:
GA 198/1920-04-02/p027 · edition original