Zwolfter Vortrag
Was ich Ihnen da gesagt habe, das kommt im Leben in der verschiedensten Weise zum Ausdruck. Wir können, wenn wir das Leben richtig anschauen, auf solche Dinge wie die eben ausgesprochenen kommen. Wie kommen wir denn eigentlich in dieses Leben herein? Indem gewissermaßen aus dunklen Tiefen unseres Inneren immer mehr und mehr die Fähigkeit des Denkens sich ablöst, indem wir immer mehr und mehr in uns die Kraft, denkend die Welt zu überschauen, entwickeln. Wie kommen wir da herein, und wie stellen wir uns immer mehr in diese Welt hinein? Fragen Sie sich einmal recht gründlich selbsterkennend, fragen Sie sich, was für ein Bewußtsein Sie verknüpfen, indem Sie immer denkender und denkender werden. Sie verknüpfen unmittelbar mit diesem Denkendwerden das Mitteilungsbedürfnis. Wenn Sie denken, können Sie gar nicht anders, als wollen, daß Ihre Gedanken auch anderen Menschen in die Seele gehen, daß Sie in die Lage kommen, Ihre Gedanken anderen Menschen mitzuteilen. Mit unserem Denken wächst in einer gewissen Weise dieses heran, die Gedanken anderen mitteilen zu wollen.
Cite:
GA 198/1920-07-09/p009 · edition original