Zwolfter Vortrag

GA 198/1920-07-09/p013 ·1920-07-09 · original (original)
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Dadurch paart sich mit dem Geben ein Nehmen, dadurch wächst man praktisch hinein in das Zusammenleben mit der geistigen Welt. Die Pädagogik der Waldorfschule beruht schon auf solchem tatsächlichen Aufnehmen von Dingen der geistigen Welt. Nicht bloß, daß man theoretisch irgendeine Pädagogik auseinandersetzen will, die von den abstrakten Prinzipien der Anthroposophie ausgeht. Darauf kommt es nicht an, sondern um die Lehrpraxis handelt es sich, die bei der Behandlung der Kinder unmittelbar zum Ausdrucke kommt. Es ist etwas anderes, ob man voraussetzt, das Kind trägt dir Botschaft aus der geistigen Welt in diese Welt herein, du hast das Rätsel zu lösen, das dir da hereingebracht wird aus der geistigen Welt, als wenn man das Kind als eine beliebige plastische Substanz betrachtet, das man bloß auszubilden hat. Dieses Rätsel lösen, das führt zu dem, was als Lebenspraxis heraus folgt aus dem, was lebendig angeschaute und lebendig in sich aufgenommene anthroposophische Geisteswissenschaft ist. Und diese anthroposophische Geisteswissenschaft ist dazu da, daß sie nicht bloß Prinzipien vertritt, nicht bloß Theorien vertritt, sondern in die einzelnen Zweige des Lebens wirklich aufgenommen zu werden. Das ist es, um was es sich handelt.

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