Zwolfter Vortrag

GA 198/1920-07-09/p021 ·1920-07-09 · original (original)
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Wir sind auf der einen Seite also wirklich Hauptesmenschen, tragen durch den Kopf das äußere Abbild desjenigen in die Welt hinein, was uns vor der Geburt geworden ist. Und dem gliedert sich an der übrige menschliche Organismus. Dieser ist es nun, der nur mit Hilfe des Hauptes über so etwas urteilen muß wie das wirtschaftliche Leben. Mit dem Kopf urteilen wir gar nicht über das wirtschaftliche Leben, denn der Kopf interessiert sich nämlich nicht sehr für das wirtschaftliche Leben. Er will allerdings auch nebenbei ernährt sein, aber diesen Anspruch stellt er nur an den eigenen Organismus, nicht an die Außenwelt. Der Kopf selber entspricht mit seinen Ernährungsbedürfnissen nur dem übrigen Organismus. Er ist ja tatsächlich auch auf diesen übrigen Organismus so aufgesetzt, daß er gewissermaßen wirklich von diesem übrigen Organismus sich tragen läßt. Wie der Mensch in einer Droschke, so sitzt unser Haupt auf dem übrigen Organismus darauf und macht die Bewegungen nicht mit. So wenig, wie wir in der Droschke, wenn wir drinnen fahren, uns anzustrengen brauchen, mit den Armen und Beinen etwa an der Vorwärtsbewegung der Droschke zu arbeiten, ebensowenig macht unser Haupt die Bewegung der Beine und Füße mit. Unser Haupt ist etwas, was ruht auf dem übrigen Organismus. Es ist eine Organisation ganz anderer Art als der übrige Organismus, und es urteilt so, daß es die Kraft dieses Urteils sich durch die Geburt mitbringt in das physische Dasein. Der übrige Organismus wird aus dieser Welt heraus aufgebaut. Das kann man auch mit Hilfe der Embryologie nachweisen, wenn man nur wirklich Embryologie treibt, nicht die Karikatur von Embryologie, wie sie die heutige Wissenschaft treibt. Die Art und Weise, wie die Embryologie entwickelt ist, beweist das unmittelbar, was ich hier ausspreche. Dieser übrige ÖOrganismus, er ist dasjenige, was nun mit der ganzen übrigen Welt, auch mit der sozialen Welt, in einen Verkehr tritt, was angewiesen ist auf die Gliederungen, in die wir in der äußeren Welt eingehen.

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Cite: GA 198/1920-07-09/p021 · edition original