Zwolfter Vortrag

GA 198/1920-07-09/p025 ·1920-07-09 · original (original)
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So erscheint die Unsterblichkeit nach dem Tode, die gewiß nur allzu berechtigt ist — wir wissen das und wir schildern sie ja auch -, sie erscheint wie etwas, was der Mensch genießen will. Wenigstens den Gedanken davon möchte er sein Leben hindurch genießen. Die Ungeburtlichkeit hängt zusammen mit einer gewissen Lebensverantwortlichkeit und Lebensverpflichtung, mit einer Mission dahingehend, daß wir dieses Leben versuchen sollen so aufzufassen, daß wir den Göttern wirklich beim Tode zurückbringen dasjenige, was sie von uns erwarten. Unser Leben bekommt durch Geisteswissenschaft dadurch einen Inhalt. Eine Bedeutung erhält unser Leben mit für die geistige Welt. Wir leben nicht umsonst auf dieser Erde. Wir erleben nicht nur für uns, sondern auch für die Götter dasjenige auf der Erde, was erlebt werden muß, damit es auch die Götter haben. Das Leben bekommt eben dadurch einen Sinn, und ohne einen solchen Sinn kann ja nicht gelebt werden.

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