{"corpus":"steiner","locus":"GA 198/1920-07-10/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es verbirgt sich da wiederum ein bedeutsames Lebensrätsel; es heißt: Wir reißen gewissermaßen diese phantasmenbildende Kraft heraus aus unserem Organismus. Denken wir, wir ließen sie drinnen, wie stünden wir dann da in der Welt? Denken Sie sich, alles das, was Sie gewissermaßen innerlich loslösen von Ihrem Organismus, sodaß Sie es mit Ihrem Ich, mit Ihrer Persönlichkeit willentlich beherrschen, alles das würde wallen in Ihrem Organismus. Sie würden nicht sagen: Ich will - sondern Sie würden verspüren das Wallen Ihres Blutes, das Sie zu Ihren Bewegungen treibt; Sie würden nicht sagen: Ich ergreife die Feder sondern Sie würden verspüren den Mechanismus Ihrer Armmuskeln. Sie würden sich drinnenfühlen sich verlierend in der Welt, wenn Sie nicht losreißen würden die Welt der Phantasmen von Ihrem Organismus. Ihre Selbständigkeit verschwände. Was sich in Ihnen bewegt, was in Ihnen lebt, wäre nur eine Fortsetzung innerhalb Ihrer Haut von dem, was draußen wäre. Der Mensch muß sich daher sagen: Da wächst das Gras aus gewissen Kräften heraus außerhalb meiner Haut, innerhalb meiner Haut wächst meine Milz, meine Leber; aber ich würde nicht einen Unterschied empfinden, wenn ich nicht losreißen könnte meine Phantasmen von dem, was in meinem Inneren organisierend wirkt. Da draußen reiße ich nicht etwas los, da nehme ich die Wesenheit in ihrer Totalität. Innerhalb meiner Haut reiße ich los die Welt meiner Phantasmen. Dadurch komme ich zu meiner Selbständigkeit. — Dadurch ist es überhaupt möglich, daß wir das Beet, den Untergrund für die Ichheit im Menschen finden. Das ist der andere Pol des inneren Erlebens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-07-10","location":null,"word_count":251,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/198/1920-07-10/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/198/1920-07-10/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/198/1920-07-10/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}