Vierter Vortrag

GA 199/1920-08-14/p010 ·1920-08-14 · original (original)
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Noch einmal will ich erwähnen, was ich ja vor eine große Anzahl von Ihnen bereits hingestellt habe: Wir haben eine naturwissenschaftliche Weltanschauung auf der einen Seite; sie glaubt, durch ihre Tatsachen etwas ausmachen zu können über den Weltengang, namentlich den Weltengang der Erde. Und wenn sie auch dasjenige, was sie sagt, als hypothesenhaft betrachtet, so impft sich das doch dem ganzen Denken, dem ganzen Empfinden und dem ganzen Fühlen der Menschheit ein. Man führt unser Erdendasein auf eine Art Nebelzustand zurück. Man betrachtet dann als durch rein naturgesetzliche Notwendigkeit hervorgebracht alles, was aus diesem Nebelzustand hervorgegangen ist, und man sieht auf den Endzustand unseres Erdendaseins hin, indem man wiederum starre, notwendige Naturgesetze zugrunde legt und sich Vorstellungen darüber macht, wie diese Erde zugrunde gehen wird. Und man hat, indem man eine solche Anschauung aufstellt, eine Grundvorstellung, welche heute auch schon ganz populär geworden ist, welche den Kindern in der Schule beigebracht wird; man hat die Grundvorstellung, daß der Stoff des Weltenalls, gleichgültig ob man ihn aus Atomen oder Ionen und dergleichen bestehen läßt, unzerstörbar sei, daß also gewissermaßen der Stoff beim Ausgangspunkt der Erdenbildung in einer gewissen Weise geballt war, sich dann umgewandelt, metamorphosiert hat, aber daß im Grunde genommen heute derselbe Stoff da ist, der im Beginn der Erdenentwickelung da war, und daß derselbe Stoff am Ende der Erdenentwickelung da sein wird, nur anders geballt, daß der Stoff unzerstörbar ist, daß alles nur Verwandlungen im Stoffe sind. Man hat hinzugefügt zu dieser Anschauung diejenige von der sogenannten Erhaltung der Kraft, indem man eine gewisse Summe von Kräften im Beginne annimmt, sie sich umwandelnd denkt und sich im Grunde genommen wiederum dieselbe Summe von Kräften im Endzustande der Erde vorstellt.

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Cite: GA 199/1920-08-14/p010 · edition original