Vierter Vortrag

GA 199/1920-08-14/p012 ·1920-08-14 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Diese Quellen, die es möglich machen, daß eine sittliche und eine religiöse Weltanschauung neben der naturwissenschaftlichen bestehe, können einzig und allein die geisteswissenschaftlichen Quellen sein. Aber diese geisteswissenschaftlichen Quellen müssen dann da aufgesucht werden, wo sie im vollen Ernst sprechen. Das Aufsuchen dieser Quellen wird vielen Menschen der Gegenwart schwer. Sie wollen sich lieber hinwegsetzen über jenen reinen Widerspruch, den ich heute wiederum vor Sie hingestellt habe, denn man hat nicht den Mut, der naturwissenschaftlichen Weltanschauung selber zu Leibe zu gehen. Man hört von denen, die man als Autoritäten betrachtet, das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft sei sichergestellt und jeder sei ein Dilettant, der sich nicht an diese Gesetze hält. Man bringt eben gegenüber der ungeheuren Last der falschen Autorität, die heute auf der Menschheit liegt, den Mut nicht auf, von dieser Autorität weg zu den Quellen der Geisteswissenschaft zu gehen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/199/1920-08-14/p012.json
Cite: GA 199/1920-08-14/p012 · edition original