Vierter Vortrag

GA 199/1920-08-14/p014 ·1920-08-14 · original (original)
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Und so ist es denn dahin gekommen, daß auch die Theologie materialistisch geworden ist, nur von dem «schlichten Manne aus Nazareth» spricht, von einem Menschen, der ja Großartigeres gelehrt haben soll als andere, der aber eben doch nur als ein großartigerer Lehrer in Betracht kommt, der nicht in Betracht kommt durch dasjenige Wesen, das er in seinem Leibe getragen hat. Und einer der bedeutendsten Theologen der Gegenwart, Adolf Harnack, hat ja das Wort geprägt: Nicht der Christus, sondern der Vater gehört in das Evangelium -, das heißt, das Evangelium soll nicht sprechen von dem Christus, weil solche Theologen wie Harnack im Grunde genommen den Christus gar nicht mehr kennen, sondern nur den Lehrer von Nazareth. Die Lehre dieses Menschen von Nazareth wollen sie noch annehmen; die Lehre von dem väterlichen Schöpfer der Welt, die gehöre ins Evangelium, nicht aber eine Lehre über den Christus Jesus selber!

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