{"corpus":"steiner","locus":"GA 199/1920-08-14/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der wirkliche Spiritualismus wird gerade das Wesen des Materiellen zu enthüllen haben. Dann wird er zeigen können, wie der Geist im Materiellen wirkt. Denn das muß ganz ernst genommen werden: Geisteswissenschaft darf nicht auf die bloße Logizität der Erkenntnis, sondern muß auf die Erkenntnis als Tat gehen. Es muß etwas getan werden im Erkennen. Es muß das, was im Erkennen sich abspielt, in den Gang der Weltereignisse eingreifen. Es muß etwas Tatsächliches sein. Gerade darauf habe ich mich ja bemüht, letzten Sonntag und in den vorhergehenden Tagen hinzuweisen. Es handelt sich einmal darum, daß man einsehe: Der Geist als solcher muß als Tatsache verstanden werden, es darf nicht eine Theorie vom Geiste ausgebildet werden. Theorien sollen dazu da sein, um zum lebendigen Empfinden des Geistes zu führen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß von dem wirklichen Geisteswissenschafter so oft paradox gesprochen wird. Man kann heute nicht fortfahren, in den landläufigen Formeln zu sprechen, wenn man von wahrer Geisteswissenschaft spricht, sonst kommt man eben zu dem, wozu eine verderbliche 'Theosophie geführt hat, welche von allen möglichen Gliedern der Menschennatur spricht, vom physischen Menschen, vom ätherischen, vom astralischen Menschen; aber das wird immer nur «dünner». Der physische Mensch ist dicht, der ätherische ist dünner, der astralische ist noch dünner, dann gibt es ganz dünne, mentale und was noch alles, es wird immer dünner und dünner, ein wahrgenommener Nebel, aber Nebel bleibt es, es bleibt Materie! Darauf kommt es nämlich nicht an. Es kommt darauf an, daß man in der Substanz das Materielle überwindet. Da muß man dann oftmals Worte anwenden, die eine andere Prägung haben, als sie im alltäglichen Leben üblich ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-08-14","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/199/1920-08-14/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/199/1920-08-14/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/199/1920-08-14/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}