Siebenter Vortrag

GA 199/1920-08-21/p026 ·1920-08-21 · original (original)
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Groß war der Osten in bezug auf die Präexistenz und in bezug auf die damit zusammenhängenden wiederholten Erdenleben. Groß war der Westen in seiner Veranlagung mit Bezug auf das Post-mortem-Leben. Hier in der Mitte (siehe Zeichnung Seite 126) ist die eigentliche, heute aber noch mißverstandene Geschichtskunde entstanden. Nehmen Sie zum Beispiel Hegel. Bei Hegel ist weder eine Präexistenz noch eine Postexistenz. Es gibt weder eine Vorgeburtlichkeit noch eine Nachtodlichkeit, aber es gibt ein geistvolles Erfassen der Geschichte. Hegel beginnt mit der Logik, kommt dann zur Naturphilosophie, entwickelt die Seelenlehre, entwickelt die Staatslehre und endet mit der Dreiheit: Kunst, Religion, Wissenschaft. Das ist der Weltinhalt. Von einer Präexistenz, von einer unsterblichen Seele ist nicht die Rede, sondern nur von dem Geiste, der hier im Diesseits lebt.

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