Siebzehnter Vortrag
Bedenken wir nur einmal zunächst, was es heißt, wenn wir das werdende Kind anschauen, sehen, wie von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat die Physiognomie des Antlitzes von innen heraus sich gestaltet, wie diese oder jene Züge auftreten, sich glätten, zurückgehen und so weiter. Man macht sich noch nicht klar, in welche Geheimnisse des Daseins man eigentlich hineinblickt, wenn man solch ein werdendes Menschenwesen betrachtet. Mit welcher Innigkeit wird solch ein werdendes Menschenwesen angeschaut werden, wenn das Bewußtsein zugrunde liegt: bevor dieses Menschenwesen empfangen .oder geboren worden ist, war sein Seelisch-Geistiges oben in seelisch-geistigen Welten, hatte Erlebnisse durch seelisch-geistige Organe, wie während des physischen Daseins der Mensch Erlebnisse durch seine physischen Organe hat.
Cite:
GA 199/1920-09-18/p004 · edition original