Siebzehnter Vortrag

GA 199/1920-09-18/p008 ·1920-09-18 · original (original)
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Aber bedenken Sie, wenn sich diese Lehre von der Präexistenz nun nicht bloß als eine Theorie kundgibt, wenn sich diese Anschauung in alles Gefühlsleben, und namentlich in das Willensleben der Menschen hineinfindet, wenn der Mensch sich fühlt als ein solches Wesen, das herabgestiegen ist aus geistigen Welten und sich im physischen Leib verkörpert hat, was das bedeutet für die ganze Auffassung dieses Erdendaseins! Sie sind sich dann bewußt, hier auf dieser Erde ein Sendbote der göttlich-geistigen Welt zu sein; Sie wissen, dieses Leben hier ist eine Fortsetzung eines geistigen Lebens. Alles dasjenige was wir an Pflichtgefühl, was wir an Fähigkeiten in uns tragen, wird durchleuchtet und durchkraftet von diesem Bewußtsein, denn wir wissen, daß uns die Götter heruntergeschickt haben in dieses physische Dasein. Dieses physische Dasein bekommt erst eine Aufgabe, die nicht von ihm selber gestellt ist, sondern die ihm gestellt ist von Himmelshöhen. Das ist ja das Eigentümliche der Geisteswissenschaft, daß sie nicht bloß gegen den Intellekt spricht, sie muß auch zum Intellekt sprechen, denn die Dinge müssen begriffen werden. Aber indem wir die Vorstellungen aufnehmen, die aus der Initiationswissenschaft kommen, durchdringen sie unser ganzes Menschenwesen, durchdringen sie nicht bloß unsere Gedanken, durchdringen sie unser Gefühl, unsere Empfindungen, durchdringen sie unseren Willen, geben sie uns ein Bewußtsein vom Wesen unseres ganzen Menschen. Wie man sich in die Welt hineinstellt unter dem Bewußtsein der Präexistenz der Menschenseele, das wird besonders bedeutungsvoll sein für die Zivilisation der Zukunft. Das wird die Menschen durchleuchten und durchkraften mit etwas, was gebraucht wird, um wieder herauszukommen aus den Niedergangskräften, die sonst ganz zweifellos die abendländische Zivilisation im Beginn des dritten Jahrtausends in die Barbarei hineintreiben werden. Aber auch die einzelnen Zweige des Lebens, sie bekommen ein ganz besonderes Gepräge, wenn man solch eine Anschauung zugrunde legen kann.

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