{"corpus":"steiner","locus":"GA 199/1920-09-18/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So lernt man den Menschen in seiner ganzen Wesenheit, in seinem seelischen und seinem leiblichen Wesen kennen, wenn man allmählich eindringt in das, was Geisteswissenschaft zu geben vermag, jetzt steht der Mensch ganz anders vor uns. Es ist merkwürdig: die materialistische Wissenschaft wollte das Materielle erkennen und konnte doch nichts davon wissen, wie die Kräfte ausschauen, die zum Beispiel im kindlichen Menschenleibe bis zum siebenten Jahr wirken. Nun kommt Geisteswissenschaft und lehrt das Materielle wirklich kennen, sie dringt gerade ein in das Materielle. Das ist ja die Tragik des Materialismus: Er wird immer abstrakter und abstrakter und lehrt das Materielle überhaupt nicht mehr kennen. Was weiß denn der heutige Mediziner von Leber und Niere, von Magen und Lunge, das heißt von materiellen Gebilden? Wenn einmal dasjenige, was ich innerhalb des diesjährigen Frühjahrskurses in Dornach zu zeigen versuchte, was aus Geisteswissenschaft für Medizin und Naturwissenschaft überhaupt folgen kann, wenn einmal das etwas eindringen wird in unsere Wissenschaft, so wird man sehen, daß geistige Erkenntnis gerade dazu berufen ist, hineinzuleuchten in das materielle Wesen, während ein Materialist vor der ganzen Welt dasteht wie der Blinde vor der Farbe. Gerade das materielle Dasein lernt der Materialist nicht kennen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-09-18","location":null,"word_count":195,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/199/1920-09-18/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/199/1920-09-18/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/199/1920-09-18/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}