{"corpus":"steiner","locus":"GA 199/1920-09-18/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Solche Dinge, die ich heute nur kurz zusammengefaßt habe, finden Sie eingehender in mannigfaltigen Ausführungen in Zyklen und Büchern dargestellt. Aus solchen Betrachtungen können Sie ersehen, was es für einen Umschwung in der ganzen Verfassung der Menschenseele bedeuten wird, wenn dasjenige, was der Nerv der Geisteswissenschaft ist, die menschlichen Gemüter wirklich ergreift, wenn die Menschen in der Welt mit einem solchen Bewußtsein ihres Wesens herumgehen werden, wie es ihnen werden kann aus der Geisteswissenschaft heraus. Die Menschen fronen heute nur dem Egoismus der Seele, der eine Postexistenz festhalten will, sie wollen nicht vordringen zum eigentlichen Ergreifen der Menschenseele, die vor der Geburt ebenso Erlebnisse hatte, wie sie nach dem Tode Erlebnisse haben wird. Die ganze, volle Ewigkeit der Menschenseele begreift nur der, der nicht nur von einer Unsterblichkeit, sondern von einer Ungeborenheit aus der Erkenntnis heraus reden kann. Glauben können wir, weil der Glaube immer aus dem Wunsche an das nachtodliche Leben kommt, wissen können wir von dem vorgeburtlichen und von dem nachtodlichen Leben als zwei Dingen, die voneinander untrennbar sind. Erkenntnis geht auf die volle Wesenheit der Menschenseele, Glaube geht nur auf die Post-mortemExistenz. Das ist es, was der Mensch erobern muß: Erkenntnis des Geistigen; das ist es aber, wogegen sich die gegenwärtigen Menschen so stemmen. Wirkliche Erkenntnis der geistigen Welt kann nur aus der Geisteswissenschaft fließen. Aus ihr wird kommen eine Verfassung der Menschenseele, die gesund ist, nicht bloß wahr ist, und die physische Gesundung wird ein notwendiges Ergebnis der geistigen Gesundung sein. Dann wird der Mensch nicht wie die heutige Geologie die Erde anschauen als eine große mineralische Kugel, sondern wird sie ansehen als Geistwesen, in welchem er selber ein Glied ist. Das ist es, worauf wir hinarbeiten müssen. Dies sollte den ersten Teil meiner heutigen Betrachtungen bilden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-09-18","location":null,"word_count":291,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/199/1920-09-18/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/199/1920-09-18/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/199/1920-09-18/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}