Erster Vortrag

GA 201/1920-04-09/p020 ·1920-04-09 · original (original)
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Weil die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung eigentlich ein Weltbild gibt mit Ausschluß des Menschen - den Menschen erkennt sie ja nur an als höchstes der Tiere, das heißt, als eine Abstraktion -—, weil in dieser Weltanschauung der Mensch gar nicht drinnen ist, erscheint dieser Weltanschauung alles dasjenige, was Universum ist, bloß in einem mathematischen Bilde. In diesem mathematischen Bilde wird niemals der universelle Ursprung der Freiheit und des Moralischen erkannt werden können. Das aber ist das Allerwichtigste der Gegenwart, daß wir lernen können wissenschaftlich zu durchschauen den Zusammenhang des Moralischen mit dem Naturnotwendigen, so daß diese zwei nicht weiter auseinanderfallen. Und ich habe heute versucht, Ihnen in etwas subtilen Begriffen etwas vor die Seele zu führen, was Ihnen, ich möchte sagen intim einen Weg weisen kann, wie Menschenerkenntnis zu erwerben ist und von der Menschenerkenntnis aus wiederum Welterkenntnis. Sehen Sie, den Ärzten konnte ich zeigen in einer streng wissenschaftlichen Weise, wie dieser Weg für Medizin, Physiologie und Biologie gesucht werden muß. Hier müssen wir sehen, wie er für eine allgemeine menschliche Weltanschauung, die wir brauchen zu unserem neuzeitlichen sozialen Leben, gesucht werden muß.

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