{"corpus":"steiner","locus":"GA 201/1920-04-16/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Unser Atmen bleibt allerdings auch bis zu einem gewissen Grade unbewußt, nicht so stark unbewußt wie unser Essen. Aber trotzdem das Atmen nicht so bewußt wird, wie das Sehen oder das Hören bewußt werden, so ist es doch bewußter als der Vorgang des Verdauens zum Beispiel. In der Regel wird auch im Oriente heute nicht mehr aufgesucht, was ja in alten Zeiten durchaus der Fall war: den Vorgang des Verdauens heraufzubringen ins Bewußtsein. Die Schlangen tun es, wenn sie verdauen. Sie bringen den ganzen Vorgang des Verdauens in ihr Bewußtsein, das aber natürlich nicht ein Menschenbewußtsein ist. Der Wiederkäuer tut es auch, der Mensch nicht. Im Oriente wird aber in einer gewissen Weise ins Bewußtsein heraufgebracht der Vorgang des Atmens. Es gibt eine gewisse Trainierung des Atmens, da das Atmen so vollzogen wird, daß es in einem gewissen Sinne verfließt wie eine Sinneswahrnehmung. Sie sehen, es ist das Atmen hineingestellt zwischen die bewußte Sinneswahrnehmung und das ganz Unbewußte des menschlichen Stoffwechsels. So daß der Mensch in der Tat drei Welten angehört: der Welt, die ihm bewußt vorliegt, der Welt, die ganz unbewußt bleibt, und der Welt, die den Vermittler bildet, der Welt des Atmens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-04-16","location":null,"word_count":194,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-04-16/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-04-16/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/201/1920-04-16/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}