Vierter Vortrag

GA 201/1920-04-16/p027 ·1920-04-16 · original (original)
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Nun trat Christus in der Zeit in die Menschheitsentwickelung ein, und dasjenige trat ein, was früher nur in der Reflexion, nur indirekt in der Jahve-Gestalt da war. Zunächst war daher eine Notwendigkeit vorliegend, den Christus, der in Jesus lebte, nach einer anderen Gesetzmäßigkeit zu denken, als nach der Gesetzmäßigkeit, welche der gewöhnlichen Naturerkenntnis vorliegt. Wenn man aber eine solche Gesetzmäßigkeit nicht gelten läßt, wenn man glaubt, die Welt hänge nur nach Ursachen und Wirkungen zusammen und sei eine kausal zusammenhängende Welt, da ist kein Platz für dasjenige, was der Christus ist. Man muß erst vorbereiten den Platz für den Christus, indem man die drei sich ineinander gliedernden Welten ins Auge faßt. Dann gibt es auch eine Möglichkeit, zu sagen: Wenn auch in der Welt, die unsere Sinne vor sich haben, überall alles nach Ursache und Wirkung so zusammenhängt, wie die Naturwissenschaft es faßt - eine andere Welt durchdringt diese. Da hinein gehört dasjenige, was das Geschehen ist, das sich an das Ereignis von Golgatha anknüpft. Wenn in unserer Zeit immer mehr das Bedürfnis auftauchen wird, Verständnis zu bekommen für diese Dinge, so handelt es sich darum, daß dieses Verständnis eben gesucht werden muß durch eine Anerkenntnis der ineinander sich gliedernden Welten, die aber durchaus von einander verschieden sind. Es handelt sich darum, daß man dreierlei Gesetzmäßigkeiten sucht, nicht eine bloß. Und diese dreierlei Gesetzmäßigkeiten werden wir eben im Menschen zu suchen haben. Aber wenn Sie dies ins Auge fassen, was ich jetzt gesagt habe, dann werden Sie verstehen, daß es sich darum handelt, nicht bloß so, wie es das kopernikanische, galileische Weltensystem macht, aufzuzeichnen irgendwelche Ellipsen (Tafel 7, links unten; rot), die darstellen sollen die Bahnen von Saturn, Jupiter, Mars; von Erde, Venus, Merkur und dann Sonne. Darum kann es sich nicht handeln; sondern es handelt sich darum, die Gesetze, die zunächst da walten, wo die Welt vorliegt, die sich uns durch das sinnlich Wahrnehmbare ausdrückt, daß wir diese durchkreuzt uns denken müssen von anderer Gesetzmäßigkeit, und daß vor allen Dingen unser jetziger Mond in seiner Bewegung etwas darstellt, was nun seinerseits gar nicht zusammenhängt kausal mit dem übrigen Sternensystem. Er gehört nicht dazu wie die anderen Planeten. Er deutet auf eine Welt, die in die unsrige eben hereingeschoben ist. Er deutet auf den Atmungsprozeß unseres Weltensystems, wie die Sonne hindeutet auf das Durchdrungensein von dem Äther.

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Cite: GA 201/1920-04-16/p027 · edition original