Neunter Vortrag

GA 201/1920-04-25/p014 ·1920-04-25 · original (original)
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Sehen Sie, in dieser Beziehung erlebt man sehr merkwürdige Dinge. Vielleicht wird es Sie ein wenig in Erstaunen setzen, wenn ich folgendes sage. Ein Künstler, der bekannt geworden ist mit unserer Anschauung, der sagte: Ja, das ist alles sehr schön, was die Anthroposophie sagt, aber sie gibt doch keine Beweise. Da hat zum Beispiel de Rochas Beweise gegeben, denn der hat gezeigt, wie in gewissen Hypnosezuständen und dergleichen Reminiszenzen an frühere Erdenleben auftreten können beim Menschen. — Ich muß sagen, gerade bei einem Künstler war es mir höchst merkwürdig, daß er so etwas sagt, denn ich möchte ihm sagen: Sich einmal, das ist geradeso, als wenn ich zu dir sagen wollte: Ja, lieber Freund, deine Bilder sagen mir gar nichts, zeige mir doch erst die Originale dieser Bilder, dann werde ich glauben, daß diese Bilder gut sind - oder so etwas. Es wäre Unsinn, nicht wahr? Aber sobald er über sein eigenes Gebiet hinausgeht, hat er keinen Sinn dafür, daß man aus dem, was vorliegt, aus der wirklichen Gestalt des menschlichen Hauptes, auf das kommt, was in diesem menschlichen Haupte ausgedrückt ist. Das Bild muß durch sich selbst sprechen, nicht durch den bloßen Vergleich mit dem Original. Das menschliche Haupt spricht für sich selbst. Es spricht die Wahrheit aus, es ist umgestalteter unterer Mensch und weist uns zurück auf das frühere Erdenleben. Aber man muß sich erst die Möglichkeit verschaffen, dasjenige, was da ist, in der richtigen Weise zu verstehen.

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Cite: GA 201/1920-04-25/p014 · edition original