{"corpus":"steiner","locus":"GA 201/1920-05-02/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun haben Sie dadurch ja unmittelbar die Tatsache gegeben, daß wenn Sie auf den Kosmos hinschauen, Sie sich sagen müssen: ein Jahr, das ist für ihn Schlafen und Wachen. Und wenn unsere Erde einfach der Kopf des Kosmos ist, dann drückt sich im Wintersein das Wachen des Kosmos eben aus, im Sommersein das Schlafen des Kosmos. Nehmen wir jetzt diesen Kosmos, der ja hervorbringt Wachen und Schlafen, denn die Pflanzendecke auf der Erde ist ja das Ergebnis des Kosmos, nehmen wir jetzt diesen Kosmos, dann müssen wir ihn auch ansehen als einen großen Organismus. Wir müssen dasjenige, was in seinen Gliedern vorgeht, uns so organisch dem ganzen Kosmos eingefügt denken, wie wir uns organisch eingefügt denken müssen das, was in einem unserer Organe vorgeht, unserem Organismus. Da kommen wir auf Bedeutungen jener Unterschiede, die sich sonst für die Astronomie ausdrücken in den kürzeren Umlaufszeiten von Venus und Merkur gegenüber den längeren Umlaufszeiten - länger als eine sogenannte Umlaufszeit der Erde bei Mars, Jupiter und Saturn namentlich. Wenn wir die sogenannten äußeren Planeten nehmen, Saturn, Jupiter, Mars, so haben diese scheinbar eine lange Umlaufszeit, die über ein Jahr hinauswächst, die also über das bloße Wachen hinauswachsen. Nehmen wir den Saturn, seine 30 Jahre, die ja die scheinbare Umlaufszeit um die Sonne sind (Tafel 20, links oben); seine 30 Jahre, wie können wir sie denn ausdrücken, wenn wit die ordentliche Sprache des Kosmos sprechen, daß ein Jahr sein Tageskreislauf ist? Wenn ein Jahr der Tageskreislauf des Kosmos ist, dann ist die sogenannte Umlaufszeit des Saturn ungefähr 30 Tage, ein kosmischer Monat, kosmische 4 Wochen. So daß Sie sich sagen können: Wenn man den Saturn - die anderen zwei Planeten, Uranus und Neptun, die man heute als gleichberechtigt ansieht, sind ja zugeflogene -, wenn man den Saturn als den äußersten Planeten ansieht, dann muß man sagen: der Saturn begrenzt unseren Kosmos, und in dem scheinbaren Langsamgehen, in dem Nachhinken des Saturn hinter der Erde zeigt sich das Leben des Kosmos in vier Wochen, in einem Monat, gegenüber jenem Leben, das der Kosmos zeigt im Jahreslauf, und das für ihn ein Einschlafen und Aufwachen ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-05-02","location":null,"word_count":351,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-05-02/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-05-02/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/201/1920-05-02/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}