{"corpus":"steiner","locus":"GA 201/1920-05-02/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Dinge, die wirklich sind, nehmen sich eben oftmals ganz anders aus, wenn man sie wirklichkeitsgemäß studiert, als wenn man sie nach dem naheliegenden Urteile faßt. Geradeso wie der Mensch, wenn er äußerlich urteilt, die Winterszeit die Schlafenszeit der Erde nennt, und die Sommerszeit die Wachenszeit, während es umgekehrt ist, so könnte man äußerlich urteilend auch versucht sein, Saturn und Jupiter als geistiger zu denken denn Venus und Merkur. Aber so ist es nicht, sondern gerade Venus und Merkur stehen in intimerer Beziehung zu etwas, was hinter dem ganzen Kosmos ist, als Jupiter und Saturn. So daß wir sagen können: In Venus und Merkur haben wir etwas gegeben, was uns äußerlich, insofern wir ein Glied unseres Planetensystems sind, in Beziehung setzt zu einer übersinnlichen Welt. Indem wir hier leben, werden wir durch Merkur und Venus zu einer übersinnlichen Welt in Beziehung gesetzt. Man könnte sagen: Indem wir uns durch die Geburt in der physischen Welt verkörpern, werden wir durch Saturn und Jupiter in diese physische Welt hereingetragen; indem wir von der Geburt bis zum Tode hin leben, wirken Venus und Merkur in uns und bereiten uns vor, durch den Tod wiederum unser Übersinnliches in die übersinnliche Welt hinauszutragen. In der Tat haben Merkur und Venus ebensoviel Anteil an unserer Unsterblichkeit nach dem Tode, wie Jupiter und Saturn Anteil haben an unserer Unsterblichkeit vor dem Tode. Aber es ist so, daß wir wirklich auch im Kosmos so etwas sehen müssen, was da entspricht der verhältnismäßig geistigeren Organisation des Hauptes im Vergleich zu der Organisation des übrigen menschlichen Organismus.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-05-02","location":null,"word_count":257,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-05-02/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-05-02/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/201/1920-05-02/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}