Elfter Vortrag
Ich habe Sie doch gestern darauf aufmerksam gemacht, daß für das soziale Denken die Menschen Mono-Metallismus anstreben wegen des Freihandels, und — der Schutzzoll kommt. Aus dem, was angestrebt wird auf Grundlage des Denkens, das die Menschheit heute hat, wird auf der Erde niemals eine wirkliche soziale Ordnung entstehen - einzig und allein aus jenem Denken heraus, das geschult ist an solcher Wissenschaft, die nicht Planiglobien zeichnet, in denen Saturn und Venus in demselben Raume sind. Denn dieses anthroposophische Anschauen der Welt bedeutet nicht nur, daß wir uns etwas vorhalten, sondern es bedeutet auch, daß wir in einer gewissen Weise denken lernen. Was ist es denn nun eigentlich, wenn wir so denken lernen, wie wir heute denken lernen? Nun, erinnern Sie sich, was ich gesagt habe. Indem unsere Leibesorganisation zur nächsten Inkarnation metamorphosisch sich umbildet, da macht sie nicht nur eine Umwandelung durch, sondern eine Umstülpung. So, wie wenn ich den Handschuh der linken Hand zur rechten Hand richtig umstülpe, daß das Innere nach außen kommt, so geht dasjenige, was jetzt nach innen geht, Leber, Herz, Niere und so weiter, in der nächsten Inkarnation nach außen, wird die Sinnesorganisation, wird Auge, wird Ohr und so weiter. Es stülpt sich um. Dieses Umstülpen im Menschen entspricht diesem anderen Umstülpen: Saturn auf der einen Seite, dann ganz draußen aus diesem Raume Venus und Merkur. Ein Umstülpen in sich selber. Beachten wir es nicht, was tun wir denn dann? Wir tun ganz dasselbe, als wenn wir das Umstülpen beim menschlichen Haupt nicht beachten. Wenn wir die Welt gar nicht betrachten unter diesem Umstülpegesetz, tun wir etwas sehr Eigentümliches. Wir denken nämlich dann gar nicht mit unserem Kopfe. Und das ist dasjenige, wohin der fünfte nachatlantische Zeitraum, insofern er sich abwärts bewegt, und nicht durch Geisteswissenschaft wiederum einen Aufstieg sucht, wohin dieser fünfte nachatlantische Zeitraum tendiert. Die Menschen möchten ihren Kopf loskriegen und bloß mit dem übrigen Organismus denken. Abstraktion ist das Denken mit dem übrigen Organismus. Den Kopf möchten sie loskriegen. Sie möchten keinen Anspruch machen auf dasjenige, was ihnen aus der vorigen Inkarnation sich ergeben hat. Sie möchten nur mit der gegenwärtigen Inkarnation rechnen. Nicht nur theoretisch möchten die Menschen die aufeinanderfolgenden Erdenleben leugnen, sondern sie tragen ihren Kopf, wenn ich so sagen darf, mit äußerer Würde, weil sich der Herr auf ihren übrigen Organismus setzt, wie sich der Mensch in eine Kutsche setzt. Und sie ‚nehmen den Kurschenbewohner nicht ernst. Sie tragen ihn mit sich herum, machen aber auf seine eigenen Fähigkeiten keine rechten Ansprüche. Sie machen auch praktisch keinen Gebrauch von den wiederholten Erdenleben.
Cite:
GA 201/1920-05-02/p017 · edition original