{"corpus":"steiner","locus":"GA 201/1920-05-09/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, damit kommen wir dann auf etwas, was noch in genauerem Sinne beachtet werden muß. Ich muß immer wiederum auf eines hinweisen: Die Vorstellungen, die man sich über den Menschen macht, sie gehen, ich möchte sagen, unbewußt fast immer darauf hin, wenigstens nahezu, den Menschen als eine Art festen Körper zu betrachten. Gewiß, man ist sich ja bewußt, daß der Mensch nicht gerade ein harter Körper ist, daß er gewissermaßen ein bildsamer Körper ist; aber man wird sich gewöhnlich nicht bewußt, daß der Mensch ja bis zu mehr als 75 Prozent aus Flüssigkeit besteht und nur zu dem Reste eigentlich als ein Wesen, das MineralischFestes in sich enthält, aufgefaßt werden darf. Der Mensch ist zu 75 Prozent eigentlich ein Wasserwesen. Nun, geht es denn an, frage ich Sie, diesen menschlichen Organismus so zu schildern, wie man das gewöhnlich tut; in scharf konturierten Bildern zu sagen: da hat man diesen Lappen des Gehirns, da hat man das Organ und so weiter, und dann so zu tun, als ob diese fest umrissenen Organe in ihrer Betätigung zusammen bewirkten, was als die Betätigung des ganzen menschlichen Organismus zustande kommt? Das hat ja im Grunde genommen eigentlich gar keinen Sinn. Es handelt sich doch darum, daß wir auch ins Auge fassen, daß der Mensch innerhalb der Grenzen seiner Haut so etwas ist wie ein wogendes Wasser, daß also auch dasjenige eine Bedeutung hat, was bloß innerlich wogende Flüssigkeit ist, daß wir also nicht so schildern sollten, als ob der Mensch mehr oder weniger doch ein fester Körper wäre. Das hat geisteswissenschaftlich betrachtet eine ganz tiefe Bedeutung. Denn gerade wenn wir auf das Feste sehen, das mit dem äußerlichen Mineralischen in einer gewissen Weise zusammenhängt, so hat dieses Feste im menschlichen Organismus eine gewisse Beziehung zur Erde. Wir haben die verschiedensten Beziehungen des Menschen zur Umwelt konstatiert; wir wollen jetzt dasjenige konstatieren, was Beziehung seines Festen zur Erde ist. Diese Beziehung ist da. Aber was wässeriges Element im Menschen ist, das hat zunächst keine Beziehung des Menschen zur Erde, sondern das hat Beziehung des Menschen zum außerirdischen planetarischen Weltenall, vorzugsweise aber zum Monde. Geradeso wie der Mond, wenn auch nicht direkte, so indirekte Beziehungen hat zu dem Entstehen von Ebbe und Flut, also zu gewissen Konfigurationen des flüssigen Teiles der Erde, so hat der Mond auch seine Beziehungen zu dem, was im flüssigen Teile des menschlichen Organismus vor sich geht. Und wenn ich Ihnen gestern geschildert habe, daß wir auf der einen Seite eine gewisse Astronomie haben, die da gilt für die Sonne - sie gilt auch für die Erde -, so sind wir selbst in diese Astronomie als Organismus, der Festes in sich schließt, eingegliedert. Aber die Mondenastronomie ist eine andere. Und in diese Mondenastronomie sind wir so eingegliedert, daß sie mit dem flüssigen Bestandteil unseres Organismus zu tun hat. Sie sehen also, in unseren physisch-festen und in unseren physisch-flüssigen Leib wirken hinein die Kräfte des Kosmos.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-05-09","location":null,"word_count":484,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-05-09/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/201/1920-05-09/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/201/1920-05-09/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}