Dreizehnter Vortrag
Man soll nur nicht glauben, daß dasjenige, um was es sich dabei handelt, gewissen, in erster Linie führenden Leuten nicht bekannt sei, die da bekämpfen dasjenige, was ich jetzt angedeutet habe. Es ist ihnen selbstverständlich gut bekannt. Aber geradeso wie die ägyptischen Priester genau gewußt haben, daß das gewöhnliche Jahr nicht 360 Tage, sondern 365% Tage hat, so wissen gewisse Leute sehr gut, daß es sich bei dem Christus-Geheimnis zugleich um das Sonnenmysterium handelt. Aber es soll verhindert werden, daß dieses der gegenwärtigen Menschheit notwendige Wissen wirklich der gegenwärtigen Menschheit mitgeteilt werde. Denn es ist schon einmal wahr, was ich gestern sagte: Die materialistische Weltanschauung ist jener Seite viel lieber als die Geisteswissenschaft. Denn die materialistische Weltanschauung, sie hat ja auch ihre praktischen Folgen. Sie hat praktische Folgen, die, ich möchte sagen, wiederum an einem Vergleich der gegenwärtigen Zeit mit dem alten Ägyptertum studiert werden können. Ich machte darauf aufmerksam, die Ägypter als solche waren abhängig von dem Gang der Sonne, also von dem Zusammenhang des Irdischen mit dem Himmlischen mit Bezug auf ihre äußere Kultur. Es bedeutete eine gewisse Macht in den Händen des untergehenden ägyptischen Priestertums, wenn das Wissen von dem Zusammenhange der Weltenerscheinungen und ihrer Wirkung auf die ägyptische Landkultur geheimgehalten blieb. Dadurch war derjenige, welcher als Arbeiter wirken sollte in Ägypten, angewiesen darauf, seine Direktiven sich geben zu lassen von den Priestern, die das entsprechende Wissen hatten.
Cite:
GA 201/1920-05-09/p010 · edition original