Achter Vortrag

GA 202/1920-12-12/p005 ·1920-12-12 · original (original)
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Insbesondere dann, wenn man das alltägliche Leben in seinem Werden betrachtet und den einzelnen Menschen hineinstellt in dieses Werden der Menschheit von Generation zu Generation, kommt man immer mehr und mehr dazu, die Dinge bloß äußerlich, ich möchte sagen, am Faden naturwissenschaftlicher Notwendigkeit zu betrachten. Wie ist es für viele Menschen heute etwas Bedrückendes, aber doch wieder ihnen notwendig Erscheinendes, Eigenschaften, die der Mensch an sich trägt, zurückzuführen auf die physische Vererbung. Wir reden alle Augenblicke davon, daß der Mensch diese oder jene mehr oder weniger äußere oder innerliche, physische oder seelische Merkmale einfach von seinen Vorfahren vererbt hat, und wir übertragen auch das, was wir uns so im alltäglichen Leben bilden, auf das Geschichtliche. Wir dehnen es aus auf das Geschichtliche. Wir blicken gewissermaßen darauf hin, wie wir selbst innerhalb der gegenwärtigen Generation leben, wie diese abstammt von den vorhergehenden, diese wieder von den vorhergehenden und so weiter. Und man gewöhnt sich daran, das geschichtliche Werden so zu betrachten, daß man eigentlich die Generationenfolge betrachtet.

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Cite: GA 202/1920-12-12/p005 · edition original