Zehnter Vortrag
Man hat also neben dem gewissermaßen festen Menschen den Flüssigkeitsmenschen ins Auge zu fassen, und man hat außerdem den Luftmenschen ins Auge zu fassen. Denn, was wir als Luft in uns tragen, ist in bezug auf seine Gliederung, in bezug auf seine Teile geradeso ein Organismus, wie der feste Organismus ein Organismus ist, nur ist dieser Organismus luftförmig und in Bewegung. Und endlich dasjenige, was wir als Wärme in uns tragen, das ist nicht etwa eine gleichförmige, über den Menschen sich ausbreitende Wärmeräumlichkeit, sondern das ist ebenfalls in seinen Feinheiten organisiert wie der feste, der flüssige, der gasförmige oder luftförmige Organismus. Nun kommt man aber sogleich darauf, daß in dem Augenblicke, wo man von dem flüssigen Organismus spricht, der gewissermaßen in demselben Raume ist, der als ein flüssiger Organismus eben denselben Raum ausfüllt wie der feste Organismus, man von diesem flüssigen Organismus nicht sprechen kann, ohne daß man, so wie der Mensch gegenwärtig als Erdenmensch ist, spricht von dem diesen Flüssigkeitsorganismus durchziehenden, durchkraftenden Ätherleib. Der physische Organismus ist zunächst für sich, es ist der physische Leib; insofern wir ihn in seiner Vollständigkeit betrachten, betrachten wir ihn zunächst als festen Organismus. Da haben wir es zunächst mit dem eigentlichen physischen Leib zu tun.
Cite:
GA 202/1920-12-17/p007 · edition original