Zehnter Vortrag

GA 202/1920-12-17/p024 ·1920-12-17 · original (original)
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Der Ton, er ist ja eigentlich etwas, was, man kann schon sagen, die menschliche Betrachtungsweise in hohem Maße irreführt. Wir vernehmen den Ton zunächst als Erdenmensch so, daß die Luft der Träger dieses Tones ist. Ja, aber die Luft ist eben nur der Vermittler für diesen Ton, der eigentlich in der Luft webt. Und derjenige, der bloß in den Luftschwingungen das Wesen des Tones sieht, der gleicht einem Menschen, der eben auch sagt: Der Mensch hat nur seinen physischen Organismus, da lebt kein Seelisches drinnen. — Es ist gerade so, wie wenn man am Menschen nur den physischen Organismus betrachtet und kein Seelisches darinnen sieht, wenn man bloß die Luftschwingungen als das Wesentliche des Tons betrachtet, die eigentlich nur der äußere Ausdruck sind. Was darinnen lebt als Ton, das ist im wesentlichen ein ätherisches Element. Und unser Luftton rührt eigentlich nur davon her, daß wir die Luft durchsetzt haben von dem Tonäther, was dasselbe ist wie der chemische Äther. Und indem dieser Äther die Luft durchsetzt, teilt er das, was in ihm lebt, der Luft mit, und es entsteht für unsere Wahrnehmung dasjenige, was wir den Ton nennen. Dieser selbe Tonäther, der zu gleicher Zeit der chemische Äther ist - wir werden von alledem bei anderer Gelegenheit genauer sprechen -, der lebt im wesentlichen in unserem Flüssigkeitsorganismus. So daß wir unterscheiden können: In unserem Flüssigkeitsorganismus haben wir unseren eigenen Ätherleib drinnen lebend; aber außerdem dringt von allen Seiten in ihn ein, was dem Ton als der Tonäther zugrunde liegt. Also bitte, unterscheiden Sie das ganz wohl. Wir haben in uns unseren ÄAtherleib, der arbeitet und wirkt, indem er Gedanken auswirkt, in unserem Flüssigkeitsorganismus. Aber in diesen Flüssigkeitsorganismus dringt fortwährend ein und aus, was wir den chemischen Äther nennen können. Wenn wir also unseren Organismus betrachten, so haben wir einen vollständigen ätherischen Organismus aus chemischem Äther, Wärmeäther, Lichtäther, Lebensäther bestehend, und außerdem haben wir ganz besonders, auf dem Wege durch den Flüssigkeitsleib aus- und eindringend, den chemischen Äther.

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Cite: GA 202/1920-12-17/p024 · edition original