Zehnter Vortrag

GA 202/1920-12-17/p038 ·1920-12-17 · original (original)
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Sie sehen, ob wir den Menschen innerlich oder äußerlich betrachten, wir kommen zu einer immer weiteren Anschauung über die menschliche Wesenheit. Gehen wir vom festen Leib aus zum Flüssigkeitsleib, zum Luftleib, zum Wärmeleib, wir kommen ins Seelische hinein. Gehen wir von dem klaren Tagesbewußtsein aus zum Traumbewußtsein über, wir kommen in den Leib hinein. Und wir kommen noch gründlicher in den physischen Leib hinein, indem wir uns darinnen wissen durch das traumlose Schlafbewußtsein. Wenn wir das Wachbewußtsein hinuntertragen bis zum Schlafbewußtsein, so kommen wir, wenn wir den Menschen in den Gliedern seines Bewußtseins betrachten, in die Leiblichkeit hinein. Wenn wir die Leiblichkeit selbst betrachten, von ihrem festen Zustand bis zu ihrem Wärmezustand herauf, kommen wir aus der Leiblichkeit heraus. Das liefert Ihnen die Notwendigkeit, wirklich nicht einfach hinzunehmen, was sich zunächst der befangenen äußeren Betrachtung darbietet. Da hat man auf der einen Seite den festen Leib, an den man sich mit der materialistisch-mechanistischen Vorstellung klammert; da haben wir auf der anderen Seite das Seelische, das eigentlich dem modernen Bewußtsein nur inhaltsvoll erscheint als das helle klare Tagesleben. Man geht nicht von diesem Bewußtsein (Ich) nach abwärts; denn geht man nach abwärts, kommt man in den Leib hinein. Man geht nicht vom geistigen Leib (Wärmeleib) nach abwärts; denn geht man nach abwärts, so kommt man in den festen Leib hinein. Sondern man betrachtet die zwei, die gar nicht zusammengehören: den festen Leib ohne den Flüssigkeitsleib, den Luftleib und den Wärmeleib; das klare Tagesbewußtsein ohne dasjenige, was eigentlich nur das innere Leibliche spiegelt, ohne das Traumbewußtsein und das Schlafbewußtsein.

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Cite: GA 202/1920-12-17/p038 · edition original