Elfter Vortrag
Ich habe gestern versucht, einiges vorzubringen über die gesamte Konstitution des Menschen, so daß es möglich war, am Schlusse darauf aufmerksam zu machen. wie durch eine sachgemäße Totalbetrachtung der menschlichen Natur eine Brücke gebaut werden kann zwischen dem, was wir im Menschen als äußere Organisation finden, und demjenigen, was wir durch das Selbstbewußtsein in unserem Inneren entwickeln. Diese Brücke wird ja gewöhnlich nicht oder nur in sehr mangelhafter Weise, insbesondere mangelhaft von der gegenwärtigen äußeren Wissenschaft, geschaffen. Und wir haben gesehen, daß, um diese Brücke zu bauen, man sich klar sein muß, wie man die menschliche Organisation zu betrachten hat. Wir sahen, daß wir alles, was eigentlich einzig und allein heute betrachtet wird, wenigstens was von der äußeren Wissenschaft ernsthaft betrachtet wird als organisiert, das Feste oder Fest-flüssige, nur als den einen Organismus betrachten dürfen; daß wir aber ebenso eine flüssige Organisation, eine luftförmige Organisation und eine Wärmeorganisation anerkennen müssen. Wir erlangen dadurch die Möglichkeit, auch einzusehen, wie in diese feinere Organisation eingreifen diejenigen Glieder der menschlichen Wesenheit, die wir eben gewöhnt sind, als solche zu betrachten. Natürlich ist alles bis zur Wärme hinauf physischer Leib. Aber in den Flüssigkeitsleib, in all das, was im Organismus als Flüssigkeit organisiert ist, greift der Ätherleib vorzugsweise ein; in all das, was als Luft organisiert ist, greift der astralische Leib ein, und in all das, was als Wärme organisiert ist, greift das Ich vorzugsweise ein. Dadurch gelangen wir dazu, gewissermaßen im Physischen stehenzubleiben, aber innerhalb dieses Physischen bis herauf ins Geistige zu kommen.
Cite:
GA 202/1920-12-18/p003 · edition original