{"corpus":"steiner","locus":"GA 202/1920-12-18/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Betrachten Sie jetzt theoretische Ideen im Gegensatz zu moralischen Idealen. Mit theoretischen Ideen, und wenn sie auch noch so bedeutsam sind, verhält es sich ganz anders. Bei theoretischen Ideen haben wir tatsächlich eine Abregung, eine Erkühlung des Wärmeorganismus zu verzeichnen. So daß wir also sagen müssen: Theoretische Ideen wirken erkältend auf den Wärmeorganismus. — Das ist der Unterschied in der Wirkung auf die menschliche Organisation. Moralische oder nach dem Moralisch-Religiösen hingeordnete Ideen, diejenigen, die uns in Begeisterung versetzen, indem sie Impulse unseres Handelns werden, sie wirken in dieser Weise weltschöpferisch. Theoretische Ideen wirken zunächst abregend, erkältend auf den Wärmeorganismus. Dadurch, daß sie erkältend auf den Wärmeorganismus wirken, wirken sie auch lähmend auf den Luftorganismus und wirken lähmend auf die Lichtquelle, auf die Lichtentstehung. Sie wirken weiter ertötend auf den Weltenton, und sie wirken auslöschend auf das Leben. Es kommt zu Ende dasjenige, was in der Vorwelt geschaffen worden ist, in unseren theoretischen Ideen. Indem wir theoretische Ideen fassen, erstirbt in ihnen ein Weltenall. Wir tragen in uns das Ersterben eines Weltenalls, wir tragen in uns das Aufgehen eines Weltenalls.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-12-18","location":null,"word_count":179,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-18/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-18/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/202/1920-12-18/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1920-12-18_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}