{"corpus":"steiner","locus":"GA 202/1920-12-18/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Hier ist auch der Punkt, wo derjenige, der in die Weltengeheimnisse eingeweiht ist, nicht sprechen kann, wie heute so viele sprechen, von der Konstanz der Kraft oder der Konstanz des Stoffes. Das ist einfach nicht wahr, daß der Stoff konstant bleibt. Der Stoff vergeht bis zum Nullpunkt hin. Die Kraft vergeht bis zum Nullpunkt in unserem eigenen Organismus dadurch, daß wir theoretisch denken. Und wir wären ja nicht Menschen, wenn wir nicht theoretisch denken würden, wenn nicht das Weltenall fortwährend in uns erstürbe. Durch das Ersterben des Weltenalls sind wir eigentlich selbstbewußte Menschen, die zu Gedanken über das Weltenall kommen können. Aber indem das Weltenall sich in uns denkt, ist es schon Leiche. Der Gedanke über das Weltenall ist die Leiche des Weltenalls. Erst als Leiche wird uns das Weltenall bewußt und macht uns zum Menschen. Eine vergangene Welt also erstirbt in uns bis zum Stoff, bis zur Kraft. Und nur weil gleich wiederum eine neue aufgeht, merken wir nicht, daß der Stoff vergeht und wieder entsteht. Im Menschen wird zu Ende geführt die Stofflichkeit durch sein theoretisches Denken; es wird neu belebt die Stofflichkeit und die Weltenkraft durch sein moralisches Denken. So greift dasjenige, was innerhalb der menschlichen Haut geschieht, in Weltenvergehen und Weltenentstehen ein. So gliedern sich zusammen Moralisches und Natürliches. Das Natürliche vergeht im Menschen; im Moralischen entsteht neues Natürliches.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-12-18","location":null,"word_count":223,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-18/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-18/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/202/1920-12-18/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1920-12-18_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}