{"corpus":"steiner","locus":"GA 202/1920-12-18/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Weil man auf diese Dinge nicht hinschauen wollte, erfand man die Ideen von der Unvergänglichkeit des Stoffes und der Kraft. Wenn die Kraft unvergänglich wäre, wenn der Stoff unvergänglich wäre, gäbe es keine moralische Weltordnung. Das will man nur heute verdecken, und die heutige Weltanschauung hat alle Ursache, das zu verdecken, denn sie müßte eigentlich die moralische Weltordnung auslöschen, und sie wird ausgelöscht, wenn man von dem Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft spricht. Denn erhält sich irgendwie der Stoff, erhält sich irgendwie die Kraft, dann ist die moralische Weltordnung nichts weiter als eine Illusion, ein Scheingebilde. Erst dadurch kommt man dazu, den gesamten Gang der Welt zu verstehen, daß man einsieht, wie aus diesem «Scheingebilde» — das ist es ja zunächst, weil es in Gedanken lebt — der moralischen Weltordnung neue Welten erstehen. Das alles aber ergibt sich nicht, wenn man nur die festen Bestandteile der menschlichen Organisation betrachtet, sondern wenn man hinausgeht durch den Flüssigkeits- und Luftorganismus bis zum Wärmeorganismus. Den Zusammenhang des Menschen mit der Welt, man wird ihn nur verstehen, wenn man gewissermaßen das Physische bis zu jener Verfeinerung, Verdünnung verfolgt, wo unmittelbar das Seelische in dieses verdünnte Physische, wie bei der Wärme, eingreifen kann. Dann findet man den Zusammenhang zwischen dem Körperlichen und dem Seelischen. Noch so viele Psychologien, Seelenlehren können geschrieben werden: Wenn sie ausgehen von dem, was heute durch die Anatomie und Physiologie betrachtet wird, so wird man bei diesen festen oder fest-flüssigen, weich-fest gedachten Körpern keinen Übergang finden können zum Seelischen, das überhaupt nicht seelisch erscheint. Wenn man aber das Körperliche bis zur Wärme verfolgt, dann wird man eine Brücke schlagen können von dem, was in den Körpern als Wärme existiert, zu demjenigen, was von der Seele aus in die Wärme des eigenen menschlichen Organismus hineinwirkt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1920-12-18","location":null,"word_count":296,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-18/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-18/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/202/1920-12-18/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1920-12-18_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}