Elfter Vortrag

GA 202/1920-12-18/p018 ·1920-12-18 · original (original)
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Diese Dinge schaffen immer mehr und mehr eine Einsicht in die Gesamtheit, in die totale Welt. Und es stehen nicht zwei Ordnungen, eine Naturordnung und eine moralische Ordnung, nebeneinander, sondern beide sind eines, und das ist es, was der Mensch der Gegenwart braucht, sonst wird er immer dastehen und sagen: Was mache ich mit meinen moralischen Impulsen in einer Welt, die doch nur eine natürliche Ordnung hat? — Das war ja die auf den Gemütern des 19. Jahrhunderts, des beginnenden 20. Jahrhunderts furchtbar lastende Frage: Wie ist ein Übergang denkbar von dem Natürlichen ins Moralische, von dem Moralischen ins Natürliche? - Nichts anderes wird zur Lösung dieser bangen schicksalsschweren Frage beitragen können, als allein das geisteswissenschaftliche Durchschauen sowohl der Natur auf der einen Seite wie des Geistes auf der anderen Seite.

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