Elfter Vortrag

GA 202/1920-12-18/p025 ·1920-12-18 · original (original)
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Sie sehen, wie weit die kopernikanische Weltanschauung und schließlich auch die alte Astrologie entfernt sind von dem, was nun wiederum das Geheimnis der Initiation war. Wie diese Dinge zusammenhängen, das spricht sich wohl am besten darin aus, daß in einer Zeit, in der diejenigen Menschengruppen schon sehr starke Macht hatten, die solche Wahrheiten, wie sie sagten, für die Menge gefährlich fanden und sie ihr nicht mitteilen wollten, daß in einer solchen Zeit ein Idealist wie Julian, den man deshalb den «Abtrünnigen» genannt hat, das der Welt mitteilen wollte und dann auf einem Umwege getötet worden ist. Es gibt eben durchaus Gründe, welche gewisse Geheimgesellschaften dazu veranlassen, die durchdringenden Geheimnisse der Welt nicht mitzuteilen, weil sie dadurch eine gewisse Macht ausüben können. Wenn zu Kaiser Julians Zeiten gewisse Geheimgesellschaften so stark ihre Geheimnisse hüreten, daß sie Julian töten ließen, dann brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn die Behüter gewisser Geheimnisse, die sie aber nicht herausgeben, sondern auch zur Ausgestaltung ihrer Macht vor der Menge hüten wollen, es hassen, wenn nun wenigstens die Anfänge gewisser Geheimnisse enthüllt werden. Und Sie sehen hier wohl etwas von den tieferen Gründen, warum sich in der Welt ein so furchtbares Hassen erhebt gegen dasjenige, was Geisteswissenschaft sich verpflichtet fühlt, in der gegenwärtigen Zeit an die Menschheit heranzubringen. Wir leben aber in einer Zeit, in der entweder die Erdenzivilisation zugrunde gehen wird, oder die Menschheit der Erde gewisse Geheimnisse ausgeliefert bekommt: diese Dinge, die in einer gewissen Weise bisher als Geheimnisse gehütet worden sind, die einmal der Menschheit zugekommen sind. durch instinktives Hellsehen, die jetzt aber wiederum errungen werden müssen durch vollbewußtes Schauen nicht nur des Physischen, sondern auch des Geistigen, das in ihm ist! Was wollte schließlich Julian der Abtrünnige? Er wollte den Leuten begreiflich machen: Ihr gewöhnt euch immer mehr und mehr an, nur die physische Sonne zu sehen; aber es gibt eine geistige Sonne, von der die physische nur der Spiegel ist! — Er wollte auf seine Art das Christus-Geheimnis der Welt mitteilen. Aber man will die Zusammenhänge des Christus, der geistigen Sonne, mit der physischen Sonne verdecken. Daher werden gewisse Machthaber am wütendsten, wenn von dem Christus-Geheimnis im Zusammenhange mit dem Sonnengeheimnis gesprochen wird. Da werden alle möglichen Verleumdungen dann vorgeführt. Aber Sie sehen, Geisteswissenschaft ist in der gegenwärtigen Zeit eine wichtige Angelegenheit. Nur wer sie als wichtige Angelegenheit betrachtet, betrachtet sie in dem vollen Ernste, der ihr gebührt.

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Cite: GA 202/1920-12-18/p025 · edition original