Zwolfter Vortrag

GA 202/1920-12-19/p019 ·1920-12-19 · original (original)
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Sehen wir uns den anderen Pol des Menschen an, wo die Gedanken nach dem Willensmäßigen hinstrahlen, wo in Liebe die Dinge vollbracht werden: da prallt gewissermaßen unser Bewußtsein an der Realität ab. Sie können nicht hineinschauen in jenes Reich der Finsternis — für das Bewußtsein das Reich der Finsternis -, wo der Wille sich entfaltet, indem Sie auch nur Ihren Arm erheben oder Ihren Kopf drehen, wenn Sie nicht zu übersinnlichen Vorstellungen greifen. Sie bewegen Ihren Arm; aber was da Kompliziertes vorgeht, das bleibt dem gewöhnlichen Bewußtsein geradeso unbewußt wie die Dinge des tiefen Schlafes, der traumlos ist. Wir sehen unseren Arm an, wir sehen, wie unsere Hand greifen kann. Das alles ist, weil wir die Sache mit Vorstellungen, mit Gedanken durchsetzen. Aber die Gedanken selber, die in unserem Bewußtsein sind, sie bleiben auch hier Schein. Das Reale aber ist es, in dem wir leben, und das nicht ins gewöhnliche Bewußtsein heraufstrahlt. Alte Traditionen sprachen hier von Gewalt, weil dasjenige, in dem wir als Realität leben, zwar von dem Gedanken durchsetzt wird, aber der Gedanke doch in einer gewissen Weise in dem Leben zwischen Geburt und Tod davon abgeprallt ist (siehe Zeichnung).

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Cite: GA 202/1920-12-19/p019 · edition original