Zwolfter Vortrag

GA 202/1920-12-19/p027 ·1920-12-19 · original (original)
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An dem anderen Pol können wir es auch sehen, nur ist dieses Sehen nicht so leicht wie das andere, denn die Vorgänge, die schließlich zur Freiheit führen, sind im Grunde genommen für ein unbefangenes Denken wirklich zu durchschauen; aber um hier richtig zu sehen, dazu gehört schon einige geisteswissenschaftliche Entwickelung. Denn zunächst prallt das gewöhnliche Bewußtsein an der Gewalt ab. Es durchsetzt ja allerdings dasjenige, was an der Gewalt, an der Kraft sich auslebt, mit Gedanken; aber das gewöhnliche Bewußtsein sieht nicht, daß geradeso wie hier immer mehr und mehr Wille, Urteilsschluß in die Gedankenwelt hineinkommt, daß, wenn wir die Gedanken in das Willensmäßige hineinbringen, wenn wir eben immer mehr und mehr die Gewalt ausrotten, wir immer mehr dasjenige, was bloß Gewalt ist, durchdringen mit dem Lichte des Gedankens. Da, an dem einen Pol des Menschen, sieht man die Überwindung des Stoffes, da, an dem anderen Pol, sieht man die Neuerstehung des Stoffes.

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Cite: GA 202/1920-12-19/p027 · edition original