Dreizehnter Vortrag
In drei Jahresfesten gedenkt die Christenheit desjenigen Wesens, das für sie dem Erdenleben seinen Sinn gibt, von dem ausstrahlt die stärkste Kraft dieses Erdenlebens. Von diesen drei Festen stellt das Weihnachtsfest die größten Anforderungen an unser Empfinden; es will gewissermaßen unser Empfinden am meisten verinnerlichen. Das Osterfest stellt die größten Anforderungen an dasjenige, was wir menschliches Verständnis, menschliches Begreifen nennen; das Pfingstfest an dasjenige, was wir menschliches Wollen nennen. Und im Grunde genommen begreift man das, was im Weihnachtsmysterium liegen soll, nur durch die Verinnerlichung, durch die Vertiefung desjenigen Empfindens, das uns unsere ganze menschliche Wesenheit, unseren Wert und unsere Würde als Menschen vergegenwärtigt.
Cite:
GA 202/1920-12-23/p003 · edition original