Dreizehnter Vortrag
Und wie kündigt sich der Christus Jesus den einfältigen, armen Hirten auf dem Felde an? Sie schauen mit dem Seelenauge den lichten Engel. Ihr Schauen wird wachgerufen, ihr Hellhören wird wachgerufen. Ste hören die tiefen Worte, die für sie in der Zukunft der Sinn des Erdenlebens werden sollen: Es offenbart sich der Gott in der Höhe, und es wird werden der Friede unter den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sein können. — Aus der Tiefe der Seele steigt auf jene Fähigkeit, durch welche in der Weihenacht die armen, einfältigen Hirten ohne irgendwelche Weisheit empfindend erleben, was sich der Welt offenbart. Aus der Vollendung derjenigen Weisheit, die bis zum Mysterium von Golgatha hat erlangt werden können, aus der feinsten Beobachtung des Sternenganges ergibt sich für die Weisen des Morgenlandes, für die magischen Weisen, dieselbe Offenbarung! Die einen lesen sie im Menschenherzen, die armen, einfältigen Hirten, und sie dringen bis zum tiefsten Punkt des Menschenherzens. Da werden sie hellsichtig, da offenbart ihnen das Herz aus seiner Schauenskraft heraus das Kommen des Heilandes der Menschheit. Die anderen schauen zum ganzen weiten Himmelszelt auf. Sie kennen die Geheimnisse der Raumesweiten und der Zeitenentwickelung, sie haben eine Weisheit errungen, durch die sie diese Geheimnisse der Raumesweiten und der Zeitenentwickelung erfühlen und enträtseln können. Da offenbart sich ihnen. das Weihnachtsmysterium.
Cite:
GA 202/1920-12-23/p015 · edition original