Dreizehnter Vortrag
Hingewiesen werden wir darauf, wie aus dem gleichen Quell dasjenige fließt, was in des Menschen Inneren lebt und das, was in den Raumesweiten lebt. Und beides war in der Art, wie es sich entwickelt hat bis zum Mysterium von Golgatha hin, schon in der Abnahme begriffen. Das Hellsehen, das aus dem belebten Menschenherzen herauskam, das bei den Hirten, auf die hingewiesen wird als auf jene, für welche die Verkündigung in Betracht kommt, noch stark genug war, um die Stimmen zu vernehmen: Es offenbart sich der Gott in der Höhe, in den Himmeln, und es wird sein Friede unter den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind, - man möchte sagen, die letzten Reste dieses durch innere Frommheit Hellsehendwerdens waren noch vorhanden bei den Hirten, die das Karma, das Schicksal zusammengetragen hatte an dem Orte, wo der Christus geboren worden ist. Und aus jener uralten heiligen Weisheit, die in der nachatlantischen Zeit zuerst geblüht hat bei den Ur-Indern, dann namentlich bei den Persern, dann wiederum bei den Chaldäern, die sich hereinverpflanzt hat und von der ebenfalls noch gerade die letzten Reste vorhanden waren unter denjenigen, bei denen wir suchen sollen die drei Magier aus dem Morgenlande — aus dieser uralt heiligen Weisheit, die die Welt im Raum und in der Zeit durchmaß, aus dieser Weisheit heraus, indem ihre Vertreter sich zu einem höchsten Aufschwung erhoben, offenbarte sich wiederum dieses Weihnachtsmysterium. Beides aber ist uns in der fünften nachatlantischen Zeit abhanden gekommen.
Cite:
GA 202/1920-12-23/p016 · edition original