Dreizehnter Vortrag

GA 202/1920-12-23/p019 ·1920-12-23 · original (original)
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Die Hirten auf dem Felde waren bewaffnet mit vertieftem Herzensgefühl, wodurch sie in ihrer Hellsichtigkeit zur Anschauung des Weihnachtsmysteriums kamen. Unsere Zeitgenossen sind bewaffnet mit Teleskop und Mikroskop. Kein Teleskop, kein Mikroskop führt hin zum Begreifen desjenigen, was des Menschen tiefstes Rätsel löst, wie es das Herz der Hirten auf dem Felde getan hat. Keine Voraussicht, die sich mit den Rechnungsansätzen für Sonnen- und Mondenfinsternisse machen läßt, führt hin, den für die Menschen notwendigen Gang der Welt zu begreifen, wie das gekonnt hat die Weisheit, die Sternenweisheit der Magier aus dem Morgenlande. Wie fließt alles in der Menschheit Differenzierte zusammen in das einheitliche Menschenempfinden, wenn wir uns sagen: Was die Hirten auf dem Felde ohne alle Weisheit durch die Frömmigkeit ihres Herzens erlebten, es ist dasselbe, was die höchste Weisheit der Magier aus dem Morgenlande bewegte! -— Wunderbar werden die beiden Tatsachen in der christlichen Tradition nebeneinandergestellt.

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Cite: GA 202/1920-12-23/p019 · edition original