Search for the New Isis, the Divine Sophia: The Quest for the Isis-Sophia
Nun, wir in unserer fünften nachatlantischen Zeit haben manches zu wiederholen, was in anderer Form innerhalb der ägyptischen Weisheit aufgetreten ist, und es muß aus geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus ein Verständnis sich darüber verbreiten unter der Menschheit, wie wir auf die Art, wie es unserer Zeit angemessen ist, die ägyptischen Priestermysterien im verchristeten Sinne wiederum anschauen können. Osiris stellte ja für die Ägypter gewissermaßen dasjenige dar, was ihnen eine Art Repräsentant war des noch nicht gekommenen Christus; aber sie stellten sich auf ihre Art das Sonnenwesen vor in Osiris. Sie stellten sich vor, daß dieses Sonnenwesen in einer gewissen Weise verlorengegangen sei, und daß es wieder gesucht werden muß. Wir können uns nicht vorstellen, daß unser Sonnenwesen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus, für die Menschheit verlorengehen könnte, da er einmal heruntergestiegen ist aus geistigen Höhen, sich mit dem Menschen Jesus von Nazareth verbunden hat und fortan bei der Erde bleibt. Er ist da, und der entsprechende Weihnachtsgesang darf jedes Jahr verkünden: Uns wird der Heiland geboren -, indem er damit ausdrückt das nicht Vorübergehende dieses Ereignisses, sondern das Ewige desselben, indem er damit ausdrückt, daß nicht nur damals in Bethlehem der Jesus geboren worden ist, sondern daß er im Grunde genommen immerfort geboren wird, das heißt, bei dem Erdensein verbleibt. Also dasjenige, was uns der Christus ist, das kann nicht verlorengehen.
Cite:
GA 202/1920-12-24/p011 · edition original