{"corpus":"steiner","locus":"GA 202/1920-12-24/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber in anderer Art muß sich die Isislegende in unserer Zeit erfüllt zeigen. Nicht dasjenige, was in einem höheren Maße uns den Osiris gibt durch den Christus, kann uns verlorengehen; aber es kann uns verlorengehen und ist uns verlorengegangen dasjenige, was hingebildet für das christliche Verständnis neben dem Osiris steht: es ist uns verlorengegangen die Isis, die Mutter des Heilandes, die göttliche Weisheit Sophia. Und wenn es geben soll eine Erneuerung der Isislegende, so darf diese für uns nicht lauten, daß der Osiris getötet worden ist durch Typhon-Ahriman, daß er hinweggeschwemmt worden ist durch das Nilwasser, wiedergefunden werden soll durch Isis, um in seiner durch Typhon-Ahriman erfolgten Zerstückelung dann in die Erde versenkt zu werden. — Nein, wir müssen in einer gewissen Weise die Isislegende, den Inhalt des Isismysteriums wiederfinden, aber wir müssen ihn bilden aus der Imagination heraus gefaßt für unsere Zeit. Es muß wieder ein Verständnis der ewigen Weltenwahrheiten geben, indem wir also imaginativ dichten können, wie die Ägypter es gekonnt haben. Aber wir müssen die richtige Isislegende finden. Der ägyptische Mensch war — als der Mensch, der vor dem Mysterium von Golgatha lebte — noch durchsetzt von luziferischen Mächten. Wenn sich im Inneren des Menschen luziferische Mächte finden, wenn luziferische Mächte das Innere des Menschen bewegen, durchziehen, durchweben, dann hat das zur Folge, daß sich in seiner äußerlichen Anschauung das Ahrimanische in seiner Wirksamkeit ausdrückt. Daher sieht der Ägypter mit Recht, weil er selber luziferisch durchsetzt war, ein Weltenbild, in welchem Ahriman-Typhon tätig ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Search for the New Isis, the Divine Sophia: The Quest for the Isis-Sophia","site_heading":null,"date":"1920-12-24","location":null,"word_count":247,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-24/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/202/1920-12-24/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/202/1920-12-24/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 202/1920-12-24_02","ga":"202","lecture":"1920-12-24_02","kind":"renderings","relation":"another translation or transcription of the same lecture"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}